Pokal-Aus in Leipzig
Am 7.3. / 8.3. trafen in Leipzig die OSG Baden-Baden, die SG Leipzig, der SK Sontheim/Brenz sowie unser FC St. Pauli zu einer der vier Zwischenrunden im Deutschen Mannschaftspokal aufeinander. Warum kommt der Artikel erst jetzt? Ich habe gewartet, bis die Tränen über unser Pokal-Aus getrocknet waren, vielleicht doch nicht die beste Ausrede für meine Schreibfaulheit.
Wir verloren gegen SK Sontheim/Brenz nach einem 2:2 aufgrund der schlechteren Berliner Wertung. Hier die Einzelergebnisse, wir hatten an den Brettern 1 und 4 Schwarz:
Brett 1: Aljoscha Feuerstack 0:1 Neil Albrecht
Brett 2: Martin Voigt 1:0 Thomas Brückner
Brett 3: Triona Eberle 0:1 Sören Pürckhauer
Brett 4: Daniel Otis Thieme 1:0 Kevin Walter
Aljoscha kam eigentlich gut in seinem Sizilianer aus der Eröffnung heraus, er entschied sich dann für einen Qualitätsgewinn, der Weiß aber ausreichend Kompensation gab. Nach beiderseitigen Ungenauigkeiten wuchs die weiße Initiative an, Aljoscha verpaßte im 30. Zug eine Ausgleichsfortsetzung und mußte wenig später aufgeben.
Martin spielte gegen seine „eigene“ 4. – Sf6 Variante im offenen Caro-Kann. Mir schien das schwarze Gegenspiel zwischendurch recht stark zu sein, aber wahrscheinlich war ich mal wieder zu pessimistisch. Martin blockte alles ab und gewann mit seinen üblichen taktischen Finessen.
Triona hatte im Mittelspiel Vorteil, eine Druckstellung mit zwei Türmen und Läuferpaar gegen zwei Türme und zwei Springer bei noch fast allen Bauern auf beiden Seiten. Daniel spielte gegen das 2-Springer-Spiel im Caro-Kann eine positionell etwas riskante Variante mit Fianchetto des schwarzfeldrigen Läufers. Seine Stellung wirkte zunächst passiv, aber sehr fest.
Triona bekam ein Remisangebot. Ich bat sie weiterzuspielen und trug damit leider zu unserem Ausscheiden bei. Triona verlor die knifflige Stellung, aber Daniel gewann. Wie oben erwähnt, reichte uns das 2:2 nicht.
In der Parallelbegegnung kam die OSG Baden-Baden zu einem 4:0 Erfolg gegen die SG Leipzig, aber auch da waren die Partien sehr lange umkämpft.
Im Finale am Sonntag schlug sich Sontheim sehr wacker bei der 1:3 Niederlage gegen Baden-Baden. Besonders wertvoll war das Remis an Brett 1 von Neil Albrecht (ELO 2252) gegen den ehemaligen Fide-Weltmeister GM Rustam Kasimdzhanov (ELO 2668).
Es gibt aber auch etwas Erfreuliches aus Hamburger Sicht zu berichten. Die Schachfreunde Hamburg konnten gegen die SF Augsburg gewinnen und sind dadurch schon für die Zwischenrunde im nächsten Jahr qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch! Sie verloren dann zwar gegen die ELO-Riesen aus Viernheim, aber sehr achtbar mit 1:3.
Unser Ausflug nach Leipzig war trotz der schachlichen Enttäuschung ein tolles Erlebnis .Wir hatten z.B. am Sonntag noch eine 2-stündige Führung durch die Altstadt. Das war schon sehr beeindruckend. Ich alter Kultur-Banause wußte gar nicht, welche berühmten Musiker alle mit Leipzig verbunden sind.
Die Rückfahrt verlief dann doch etwas abenteuerlich. Wir hatten fünf Sitzplätze im Wagen 7 gebucht, es gab aber keinen Wagen 7 – das war der Speisewagen. Wir fanden dann noch alle Platz auf den dortigen Holzbänken, in netter Gesellschaft von einigen angetrunkenen, aber friedfertigen Fußball-Fans. Sie waren aber doch ein klein wenig anstrengend. Aljoscha hatte uns einige schwierige Endspielaufgaben auf seinem Schachbrett gestellt. Die Fußball-Fans wollten dann des Öfteren hilfreich eingreifen. Na ja – ich hoffe nur, daß die Herren gut zu Hause angekommen sind.
Es gab aber trotz des ausgefallenen Wagons durchaus etwas Positives über die DB zu berichten. Wir waren fast pünktlich, hatten nur etwas über 50 Minuten Verspätung.
Ach, eine Sache sollte ich noch erwähnen. Wir spielten einige Partien 2 gegen 2 in der Variante „Hand & Brain“, d.h. der eine sagte die Figur an, die gezogen werden sollte, der andere führte dann einen Zug mit der Figur aus. Einmal spielten Triona und Daniel gegen Martin und Schach-Opa Rüdiger. Daniel sagte an „Dame“, Triona zog dann auch mit der Dame. Warum ihr Zug Dxa7 bei Daniel Verzweiflung auslöste und bei Triona beste Stimmung, sei hier nicht verraten. Das müßt Ihr sie schon selbst fragen!
Vielen Dank bei unseren Leipziger Gastgebern, war alles prima bis auf unser Ergebnis, und beim Schiedsrichter Mathias Schwenck!
Rüdiger Breyther
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