Autorenname: Maxim Holand

Erste knappe Niederlage der Sechsten

Zur Saisonbeginn wurde unsere Mannschaft durch die beiden Thomase, Manni und Julius verstärkt und Jörn ist die Mannschaft zurückgekehrt. Auch die Führung bzw. die Organisation hat Max nach gefühlt unendlich vielen Jahren abgegeben und Hajo und Manni haben diese übernommen.

Der Start in der für uns neu zugewiesenen Staffel D der Bezirksliga (vorher hatten wir immer in der B gespielt) ist uns recht gut gelungen. Diese Staffel ist gefühlt schwerer und die Siebte hatte letzte Saison herausfordernde Kämpfe gehabt, weshalb es gut war, dass wir stärker aufgestellt waren. Nach 5 Runden hatten wir zwei Siege, dre Unentschieden, waren ungeschlagen und hatten den Klassenerhalt recht sicher in der Tasche. Mit nur einem Punkt Abstand auf den Tabellenersten Bergstedt, gegen den wir noch nicht gespielt hatten, war auch ein Aufstieg nicht undenkbar. Deshalb war das ausgerufene Ziel des Kapitäns weiterhin ungeschlagen zu bleiben. 

Anfangs sah auch alles gut aus und Peter (Brett 6), Hajo (5), Kelly (3) und Jan (7) hatten remisiert, leider verlor dann Manni (4) und an Brett 1 bei Jörn sah es schlecht aus, das bedeutete, dass Julius (2) und ich (Maxim) Siege benötigten.

Nach 19,5 Zügen hatte ich mit Schwarz am Brett 8 das Gefühl, dass Weiß ein wenig besser steht und Druck hat, aber es noch recht ausgeglichen ist. Ich habe dann angefangen nach Kandidatenzügen zu suchen und festgestellt, dass ich eigentlich am liebsten alles so stehen lassen würde und keiner der Figuren ein nennenswert besseres Feld hätte. Bei der Analyse hat sich herausgestellt, dass es nur einen einzigen Zug gab, der nicht zumindest eine Ungenauigkeit wäre. Diesen einen hatte ich nicht entdeckt. Schafft ihr das? Das war die Stellung:  

Richtig ist Sh7, aber diesen habe ich nach 15 Minuten Bedenkzeit nicht gefunden, weil ich nur Sh5 auf dem Schirm hatte. Ich habe Le6 gezogen, was laut Stockfish 18 „nur“ der zehntbeste Zug war und eine Ungenauigkeit. Doch ich hatte nachdem ich ihn gezogen hatte, die Befürchtung, dass es ein Patzer gewesen ist und Weiß den Läufer auf h2 fangen könnte mit 21. Lxf6 exf6 22. Lxe6 fxe6 und g3. Zu meinem Glück hatte mein Gegner das nicht auf dem Schirm und die Partie ging wie folgt weiter: 21. Lxf6 exf6 22. Ld5? Le5 23. Tac1 De7 24. g4 Th8 25. Tcd1 Th4. An dieser Stelle ist tatsächlich d4 der beste Zug, aber beim exakten Spiel von Schwarz ist es als 0.00 zu bewerten. Ob ich das  geschaft hätte Remis zu halten, weiß ich nicht, weil ich auch nur noch 20 Mintuten auf der Uhr hatte, aber mein Gegner war in einer viel größeren Zeitnot und hat das wahrscheinlich übersehen. Für mich war das gut, weil ich kontern konnte und nach einem Patzer (wegen Zeit) meinem Gegner Matt setzen konnte. Hier der Rest bzw. die gesamte Partie:

Leider hat mein Sieg nicht gereicht, weil Julius nur ein Remis rausholen konnte und Jörn hat noch wacker bis zum Schluss gekämpft, aber nichts mehr am Ausgang seiner Partie ändern können. Deshalb wurde es eine knappe 3,5:4,5 Auswärtsniederlage.

Als Ergänzung noch Mannis Partie mit Schwarz, in der er wohl nach einem Patzer des Gegners im 25. Zug eine Gewinnstellung hätte erreichen können, wenn er den richtigen Zug gefunden hätte.

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Gemeinsam lachen, schwitzen, feiern – DSAM in Travemünde mit St. Pauli

[von Jan Matthies]

Vergangenes Wochenende fand in Travemünde eines der sieben Qualifikationsturniere der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) statt. 20 St. Paulianer:innen haben teilgenommen und dabei in der Vereinswertung den dritten Platz hinter dem Lübecker SV und dem Hamburger SK belegt. Am erfolgreichsten waren Jürg Steinbrenner als ungeteilter Erster in der Gruppe B und Robert Krauss erreichte Platz 7 in Gruppe F. Damit erreichten beide wie zuvor schon Kelly Liau und Manfred Woynowski die Qualifikation für das Finale in Bad Wildungen in Juli.Einen der Teilnehmer, unser neues Mitglied Jan Matthies, der zum ersten Mal im braun-weißen Trikot antrat, hat ein digitaler Redaktionsassistent interviewt und gefragt, wie sich das Wochenende abseits vom Brett angefühlt hat.

Wie war es, mit so vielen Spieler:innen vom FC St. Pauli vor Ort zu sein – was hat das mit dir gemacht?
Das war großartig! Wir waren eine riesige Gruppe – rund 20 Leute – und obwohl man beim Schach alleine am Brett sitzt, hat man ständig gespürt: Wir sind als Team da. Man erkannte sich an den St. Pauli-Shirts, tauschte sich zwischen den Runden aus, hat gelitten, gelacht und gefiebert. Gerade für mich als Neuling war das total wichtig – ich habe viele neue Leute kennengelernt und mich sofort zugehörig gefühlt.

Gab es einen besonderen Moment mit einem der anderen Vereinsmitglieder, der dir im Kopf geblieben ist?
Ja, mit Robert Kocher aus unserem Team 10 hatte ich eine kleine Wette: Wer von uns in der Gruppe F schlechter abschneidet, muss dem anderen ein Bier ausgeben. Am Ende hatten wir exakt gleich viele Punkte – also geben wir uns jetzt gegenseitig einen aus. Solche Dinge machen das Wochenende einfach besonders. Wir haben gegenseitig auf unsere Bretter geschaut, uns Mut gemacht, gejubelt oder getröstet – das war richtig lebendig. Und Manni hat mir einen 10er in bar für das Blitzturnier geliehen.

Was hat dir im Miteinander mit dem Team besonders gutgetan oder überrascht dich rückblickend am meisten?
Wie schnell man Anschluss findet! Schon vor dem Turnier war über unsere Signal-Gruppe richtig Vorfreude zu spüren. Vor Ort ging alles ganz natürlich – die Gespräche, das gegenseitige Aufbauen nach Niederlagen, das gemeinsame Mitfiebern, ob jemand vielleicht sogar das Finale erreicht. Mich hat überrascht, wie sehr diese St. Pauli-Energie auch in einem Schachturnier spürbar ist.

Dein Fazit – würdest du anderen Vereinsmitgliedern empfehlen, bei der nächsten DSAM dabei zu sein?
Auf jeden Fall. Mein Tipp: Einfach machen! Keine zu hohen Erwartungen, aber ein klares Ziel setzen – und einfach die Atmosphäre genießen. Und: Wer nächstes Jahr mitfahren kann, sollte das unbedingt tun 😊

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