Stadtliga-B: Knappe Heimniederlage gegen die HSK-Kids

Wow. Da war aber was los in der schönsten Schacharena Hamburgs am Harald-Stender-Platz. Wieder mal ein Flutlichtspiel unserer vierten Mannschaft. Der Stadtliga-Aufsteiger empfängt die ambitionierte Jugendmannschaft des Hamburger SK und mit ihr zahlreiche Deutsche Jugendmeister der unterschiedlichen Altersklassen. Das Durchschnittsalter unserer Opponenten: Geschätzte 14. Unser Durchschnittsalter: 50+. Nun ja, dann mal auf in den Kampf.

Wie so oft beim Schach passiert in den ersten drei Stunden eigentlich gar nichts. Ein paar Partien gehen ins Remis. Und an den anderen Brettern zeichnet sich bis dato keine Tendenz ab.

Leider kippt das Ganze ein wenig, denn Oliver an Brett 2 gerät zunehmend unter Druck. Und Bastiaan, einer unser beiden Niederländer im Team und mit bislang 3 Siegen quasi unser Johan Cruyff, hat einen kleinen Materialnachteil. Dafür hat unser Landesliga-Gastspieler Andreas am 8. Brett ein quasi gewonnenes Endspiel auf dem Brett.

Um es vorweg zu nehmen: Diese Partien endeten genau so wie erwartet, und wir lagen nun mit einem Punkt im Rückstand. Es musste also noch mindestens ein Sieg her.

Die einfachste Lösung wäre die gewesen, dass der Berichterstatter seine Partie gegen den früheren Deutschen U14-Meister einfach gewinnt. Die Möglichkeiten waren da: Entwicklungsvorsprung, ungesicherter gegnerischer König, hohe Figurenaktivität. Ich hätte einfach meine Aktivität weiter entwickeln sollen, und irgendwann wäre der in der Mitte gefangene schwarze König zu anfällig geworden; habe ich aber nicht gemacht, sondern stattdessen lieber – wenn auch spektakulär – einen Bauern gewonnen. Und so ist das eben auch im Schach. Materialismus bringt nix. Der Mehrbauer war leider nach kurzer Zeit wieder weg, und es blieb ein leicht besseres Endspiel, das aber letztlich nicht zum Sieg gereicht hat.

Bleibt noch die Partie von Manfred an Brett 7. Der wähnte sich vor der Partie zwar in einer Formkrise, blieb den Beweis für diese wahnwitzige These in dem spannenden Fight gegen den wirklich ziemlich jungen früheren Deutschen U12-Meister schuldig. Okay, der junge Spund stand die ganze Zeit über aktiv, aber das sizilianische Bollwerk war gut strukturiert, und konkrete Drohungen gab es nicht. Die Computeranalyse wähnte Manfred sogar über weite Strecken im Vorteil.

Leider hat es auch da am Ende nicht gereicht, trotz großen Kampfs willigte Manfred letztlich ins Remis ein, und wir mussten mit 3,5:4,5 unsere erste Saisonniederlage einstecken. Das ist nicht weiter schlimm, denn mit 5:3 Punkten haben wir uns als Aufsteiger ein gutes Polster auf die Abstiegsplätze erarbeitet. Und der Wettkampf war für die Zuschauer vermutlich ziemlich spektakulär.

Aber Siegen ist dann irgendwie doch auch ziemlich geil.

Egal, Mund abwischen und weiter geht es. In der nächsten Runde treten wir auswärts beim Meisterschaftsfavoriten Schachfreunde an. Die tragen ihre Heimkämpfe in einer Kirche aus. Vielleicht sollte ich doch wieder in jenen Verein eintreten und beim lieben Gott mal nett nach ein bisschen Unterstützung anfragen.