Spielbericht 1. Bundesliga 14. Runde – Klassenerhalt trotz Niederlage gegen den FC Bayern München! – von Benedict Krause
Nach der knappen Niederlage am Vortrag gegen unseren Reisepartner SV Werder Bremen wollten wir am Samstag gegen den FC Bayern München endgültig den Klassenerhalt klarmachen. Das war mit mindestens einem 4-4 aus eigener Kraft möglich, aber auch bei einer Niederlage standen die Chancen gut, durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen gerettet zu werden.
Den ersten halben Punkt konnte ich in meiner Schwarzpartie gegen Martin Lokander verbuchen. Mein Gegner spielte die gleiche Variante gegen die Grünfeld-Indische-Verteidigung wie Jonas Lampert in Runde 8 und versuchte mit 18.h4!? eine neue Idee einzubringen. Doch die Stellung bewegte sich immer ungefähr im Gleichgewicht und endete noch vor der Zeitkontrolle mit einem Dauerschach: 0,5-0,5.
Kurz darauf endete auch Aljoschas Partie mit WeiĆ gegen Felix Blohberger. Dieser überraschte Aljoscha mit der Franzƶsischen Verteidigung, gegen die Aljoscha in der Abtauschvariante noch die seltene Idee 4.h3!? vorbereitet hatte. Allerdings war die Ćffnung der Stellung mit 6.c4 gegen den schwarzen Aufbau verfrüht und so sah sich Aljoscha nach 6ā¦Lb4+ einigen Probleme gegenüber. Vielleicht zu seinem Glück hatte Schwarz verschiedene interessante Ideen zur Verfügung und der Gewinn des c3-Bauerns war nicht die stƤrkste Fortsetzung. AnschlieĆend konnte Aljoscha genügend Kompensation nachweisen und mit 16.d5 zumindest etwas Druck ausüben. Doch Felix Blohberger verteidigte sich korrekt und die Partie endete in der logischen Punkteteilung: 1-1.
Als nächstes zog Igor mit einem weiteren halben Punkt nach. In seiner Schwarzpartie gegen Alvar Alonso Rosell entstand schnell eine symmetrische Stellung, in der Igor überhaupt keine Probleme hatte. Möglicherweise stand er in der Endstellung sogar minimal angenehmer, aber der Remisschluss war durchaus verständlich: 1,5-1,5.
Dieser Friedfertigkeit schloss sich Bartosz mit Weià gegen Pouya Idani an. In einer Caro-Kann-Abtauschvariante setze sein Gegner früh e5 durch und tauschte die Damen. Das entstandene Endspiel mit schwarzem Isolani bot anfangs noch leichten Vorteil für Bartosz, der sich jedoch schnell verflüchtigte, als der Isolani abgetauscht wurde. Folgerichtig wurde auch hier Remis vereinbart: 2-2.
Danach gerieten wir leider in Rückstand, als Monika in ein Mattnetz ihres Gegners Joseph Girel gelaufen war. Dieser hatte mit Schwarz die gleiche Variante wie Magnus Carlsen gespielt, der damit bei unserem Heimwochenende gegen Max Warmerdam gewonnen hatte. Anders als Max Warmerdam nahm Monika das Bauernopfer an und konnte sich so einen leichten Vorteil erspielen. Doch Joseph Girel spielte seine Kompensation stark aus und brachte Monika mit 22ā¦Ld4+ in Schwierigkeiten, da 23.Kg2 an 23ā¦Dxe2+!! mit einem gewinnbringenden Damenopfer gescheitert wƤre. Stattdessen gab Monika den Bauern zurück, aber konnte das schwierige Endspiel anschlieĆend nicht zusammenhalten: 2-3.
Trotzdem hatten wir noch Hoffnung auf einen Mannschaftspunkt, da Giso eine starke Partie gegen Michael Fedorovsky spielte. In der Erƶffnung überraschte er seinen Gegner mit dem sogenannten Würfel 1.d4 d5 2.c4 c5!? und erlangte leichten Ausgleich. Im Verlauf des Mittelspiels wurde aus diesem Ausgleich sogar Vorteil und in gegenseitiger Zeitnot hoffte Michael Fedorovsky darauf, mit einer Kombination einen Bauern einzusammeln. Stattdessen wƤre es objektiv besser gewesen, die leicht schlechtere Stellung zu verteidigen, denn seine Kombination hatte ein groĆes Loch, die WeiĆ eine QualitƤt hƤtte kosten sollen. Doch in Zeitnot übersah Giso leider ein kleines Detail und landete stattdessen in einem Endspiel mit Minusbauern. Das war zwar objektiv noch zu verteidigen, aber leider gelang Giso dies nicht: 2-4.
Ein Erfolgserlebnis konnten wir dann in der Schwarzpartie von Jonas gegen Jaime Santos Latasa verzeichnen. In einem Englischen Angriff der Najdorf-Variante wƤhlte Jonas einen Aufbau mit ā¦h5 und es entwickelte sich ein interessanter strategischer Schlagabtausch, aus dem sich ein Mittelspiel mit ungleichfarbigen LƤufern und Schwerfiguren ergab. Um die weiĆe Kƶnigsstellung zu ƶffnen, opferte Jonas einen Bauern. Die dadurch nach der Zeitkontrolle entstandene Stellung versprach für WeiĆ trotz des Mehrbauerns keine Gewinnchancen und so wurde der Punkt geteilt: 2,5-4,5.
AbschlieĆend kƤmpfte Johan noch eine ganze Weile um einen halben ZƤhler gegen Seyed Mohammad Amin Tabatabaei. Aus der Erƶffnung heraus war er mit WeiĆ bereits früh unter Druck geraten, aber konnte sich bis 27ā¦Sg7 zurück in die Partie kƤmpfen. An dieser Stelle wƤre vermutlich 28.Sc1 angemessen gewesen, um den a2-Bauern zu verteidigen. Der stattdessen gewƤhlte taktische Schlagabtausch hatte ein zentrales Problem in 33ā¦Te7! Das folgende Endspiel mit MinusqualitƤt hatte durchaus studienartigen Charakter, doch schlieĆlich fand Schwarz eine Lƶsung, die Partie mit dem Rückopfer der QualitƤt auf f5 zu gewinnen. Mƶglicherweise konnte Johan die Partie vorher Remis halten, aber trivial war dies auf keinen Fall: 2,5-5,5.
Am Ende des Tages verloren wir das Match verdient, aber es gab trotzdem Grund zum Jubeln: Aufgrund des klaren Sieges der Schachfreunde Deizisau gegen den SV Mülheim Nord hielten wir auch ohne eigene Mannschaftspunkte die Klasse! Es galt also, die erfolgreiche Saison beim gemeinsamen Essen zu feiern und das Match am Sonntag gegen den SV Deggendorf als schƶnen Abschluss zu genieĆen.


























