Heek 2017

Ausflug nach Heek (8.+ 9. April 2017)

Gut gelaunt treffen sich Thomas Schüttler, HaJo Kehr, Jan Seehagen, Axel Eichstädt, Jürgen Fischer, Heinz-Werner Szudra, Jimmy Hedayet Nasab und Christoph Hemker Samstagfrüh halb zehn am Hauptbahnhof. Es geht mit dem IC nach Münster. In Harburg sammeln wir noch Jens Finkhäuser ein und schon halten wir (außer Thomas, der sagt “erst ab vier Uhr”) ein Bierchen in der Hand.

In Münster nutzen wir die Wartezeit für den Bus nach Heek und schlendern durch die “gute Stube” der Stadt, den prächtigen Prinzipalmarkt mit Friedenssaal, Rathaus u. den geschichtsträchtigen Käfigen an der Lambertikirche. Der Schnellbus bringt uns dann in die 8.500 Einwohner zählende Gemeinde, 45 km westlich von Münster.

In Heek begrüßt uns eine Delegation des Schachclubs (ca. 30 aktive Mitglieder) sehr herzlich an der Bushaltestelle. Christoph braucht uns und seine ehemaligen Vereinskameraden kaum einander vorstellen – die Chemie zwischen St. Paulianern und Heekern stimmt vom ersten Augenblick an. Nur wenige Meter sind es bis zum Schachhaus, ein ehemaliges Elektrizitätshaus, das die Gemeinde dem Verein vor 22 Jahren zur Verfügung gestellt hat, nachdem die Vereinskneipe den Zapfhahn für immer zudrehen musste.

Bei Kaffee und großartigen selbstgebackenen Torten schnacken und scherzen wir bunt gemischt mit den Gastgebern. Der SC Heek hat uns eingeladen, weil der Club in diesem Jahr (übrigens wie unsere Abteilung auch) sein 70jähriges Vereinsjubiläum feiert. Wir bekommen einen Geschenkkorb mit Münsterlander-Getränken und überreichen im Gegenzug einen FC St. Pauli-Wimpel.

Damit jeder weiß, wo er übernachten kann, geht es nun kurz in die Gastfamilien. Heinz-Werner, Thomas, Jens und Jürgen werden bei Rudolf auf dem Pferdehof einquartiert. HaJo und Jimmy dürfen auf Huberts Hof, einem ehemaligen Bierverlag nächtigen und Christoph nimmt Jan und Axel mit in die z.Zt. leer stehende Wohnung im Dachgeschoss seines Elternhauses auf.

Am späten Nachmittag ist dann Schach angesagt. Es geht in den “Eppingsschen Hof”, ein zum Bürgerhaus umfunktionierter alter Bauernhof im Dorfzentrum am Marktplatz. Wir spielen ein Schnellschachturnier Schweizer System über sieben Runden mit 15 Min. Bedenkzeit. Wir sind neun St. Paulianer, Heek stellt 15 Spieler. Die rote Laterne übernimmt von Beginn an HaJo und gibt sie, was die interne St. Pauli-Wertung angeht, auch nicht mehr ab. Trotz ihrer insgesamt sehr viel niedrigeren DWZ-Wertung spielen die Heeker außerordentlich gut mit. Drei, vier Spieler der Gastgeber sind dabei, wenn es um die ersten Plätze geht. So manch St. Paulianer bekommt es mit Willi Hollekamp (genannt “Hollekämpfer”) zu tun, seit 53 Jahren aktiver Heeker Schachspieler und mit allen (Schach-)Wassern gewaschen. Im Duell um den Titel unterliegt Heeks Brett 1 aus der Ersten, Klaus Deitmers unseren Jimmy, der schließlich mit 6,5 aus 7 das Turnier gewinnt. Für alle Heeker haben wir div. St. Pauli-Fanartikel mitgebracht. Vielleicht schwenkt demnächst der ein oder andere von S04 rüber zum Kiezclub…

Logisch, wenn der FC St. Pauli im Münsterland gastiert, dann kommt auch die lokale Presse zu diesem Termin. Das Foto mit “Schach ist braun-weiß-Banner” und allen Beteiligten sowie ein Artikel in der Münsterland-Zeitung ist uns gewiss.

Für Speis und Trank haben die Heeker reichlich gesorgt. Stampfkartoffeln, Sauerkraut, Rippchen und Schweinebraten – herzhaft vom Dorffleischer zubereitet und dazu Rolinck-Bier aus dem Nachbarkreis Steinfurt. Zu mehreren Runden “Abschluss-Bierchen” wandern wir nochmal rüber ins Schachhaus, wo Jimmy die Runde mit spannenden Schachrätseln unterhält. Die letzten torkeln dann gegen drei Uhr, mit der ungelösten Schachaufgabe im Kopf nach Hause.

Sonntagmorgen treffen wir uns um 10 Uhr wieder – zum Frühstück im Schachhaus. Die Heeker haben für alle ein Fahrrad organisiert und so machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf eine große Tour ums Dorf. Im tief katholischen Münsterland kommen wir nicht umhin, sogar den Kreuzweg entlang zu radeln. Es geht an der Dinkel (Fluss) und der Donau (Bach) entlang. Christoph erzählt von seinen Kindheitserinnerungen am Tennisplatz und wir erreichen die Ortschaft Nienborg, die zur Gemeinde Heek gehört. Nienborg ist für Heek so etwas wie Gelsenkirchen für Dortmund oder Düsseldorf für Köln. Die Heeker nennen die Nienborger schlicht “Raubritter”, weil es dort eine Burg gibt. Aber wie das so ist, man heiratet doch schon mal ein nettes Mädchen aus dem ungeliebten Nachbarort oder führt eben seine Gäste zur ehemalige Burganhöhe. Dort sehen wir ein wunderschönes Ensemble alter Gebäude mit Wohnhäusern, Cafés und der Landesmusikakademie.

Erfrischungen reicht uns Rudolf, der im Begleitfahrzeug auch Axel und Jürgen an die Sightseeing-Hotspots chauffiert. Nach vier Stunden Radtour erreichen wir sonnengebräunt das Schachhaus. Wir feiern mit Pommes, Currywurst und leckerem Bier den Abschluss dieses Ausflugs nach Heek. Ein Dorf, nahe der holländischen Grenze mit einem wirklich besonderen Schachclub. Das Wiedersehen mit den Heekern ist fest vereinbart. Vielleicht schlagen Rudolf, Hubert, Willi und Co. im nächsten Jahr am Millerntor auf.

(Christoph Hemker)