Abstiegskampf -2. BL Runde 8: St. Pauli – König Tegel

Ein Kampf auf Messers Schneide (Bericht von Giso)

Die entscheidende Doppelrunde der 2. BL war nach einigem Vorgeplänkel auf den 7./8. beim HSK terminiert. Die Ausgangslage war schwierig, wir brauchten unbedingt einen Mannschaftpunkt für den Klassenerhalt und mussten auf unsere beiden polnischen Spitzenspieler verzichten, während Tegel volle Möhre mit 4 GM, 3 IM und einem 2370 FM an Brett 8 antrat. Wir wussten aber  alle was auf dem Spiel stand und waren bereit bis zur letzten Patrone zu kämpfen.

Der Kampf begann gut, an 2 spielte Rabi die Eröffnung gegen Aljoscha ungenau und musste früh einen Bauern spucken für wenig bis gar keine Kompensation. Bene hatte an 1 gegen Stern mit Schwarz  früh ein Endspiel mit Minusbauern auf dem Brett, welcher allerdings nicht viel wert war aufgrund der Struktur. Sah nach viel Leiden aus, war aber laut Bene Vorbereitung und objektiv wohl immer okay. An 3 wurde Frank vom Richter mit einer giftigen Slawisch-Abtausch Nebenvariante konfrontiert, er fand zwar gute Züge allerdings nur auf Kosten eines saftigen Zeitnachteils, 9 Min Restbedenkzeit nach 12 Zügen sind für meinen Geschmack etwas wenig. Es kam wie es kommen musste, in objektiv guter aber komplizierter Stellung übersah er ein paar Details und musste früh die Segel streichen.

0-1

An Brett 4 spielte Can mit Weiß gegen Mladen Muse, war ne ziemlich wirre Straßenschachstellung mit heterogenen Rochaden, ich dachte Can steht gut, er auch, Figur reingeknallt, ging nicht, ärgerlich.

0-2

Währenddessen hatte Jonah gegen Brüdigam  einen Wanderkönig auf d7  ohne erkennbaren Grund/Not, O-Ton Jonah: „Ich hab doch echt Lack gesoffen“. Gegner knallt Figur rein,  Jonah tanzt ein bisschen in der Mitte des Brettes rum, remis. Die beidseitige Analyse nach dem Spiel bestätigt das keiner Gewinnchancen hatte. Der Computer sagt +- 7 für Weiß J

0,5-2,5

Wir standen also mit dem Rücken zur Wand. Martin verwaltete an 6 gegen Frübing ein leicht besseres Endspiel, Patrick wurde an 8 von Müller mit Russisch überrascht, holte nicht viel aus der Eröffnung heraus, die Stellung war objektiv okay aber man konnte bereits fühlen das sie leichter für Schwarz zu spielen ist.

Ich war mit Schwarz gegen von Herman mit einer Eröffnungsüberraschung konfrontiert und musste mich in der für mich ungewohnten Karlsbader Struktur zurechtfinden. Angesichts des Spielstandes entschloss ich im Mittelspiel meine Figuren am Königsflügel nach vorne zu würfeln. Objektiv nicht ganz korrekt, aber mein Gegner erlaubte mir ein sehr starkes Qualitätsopfer und ich konnte nach einigen Abenteuern den gegnerischen König erlegen.

1,5-2,5

Zwischendurch konnte Bene sein Endspiel remis halten, er musste aufpassen aber es gab keine echten Chancen für Weiß.

2-3

An 6 und 8 entstanden 2 komplizierte Doppelturmendspiel, während Martin seine Vorteile verdichten konnte war Paddys Endspiel leider sehr unangenehm, so wurden beide fast zeitgleich mit entgegengesetzten Resultaten beendet.

3-4

So blieb es an Aljoscha, den Sack zu zumachen. Er hatte inzwischen 2 Bauern mehr, aber ein falscher Randbauer im Läufer vs Springer Endspiel erschwerte die Gewinnführung erheblich. Schließlich rang er Rabi aber nach fast 6 Stunden Kampf nieder und schoß den Ausgleich zum 4-4 Endstand.

Beim abschließenden Bierchen beim Griechen wurde die Tabellensituation ausführlich durchleuchtet, es reicht morgen ein 4,5-3,5 für den Klassenerhalt.

Forza St Pauli!

Giso