Wenn wir nicht in die Oberliga kommen, kommt die Oberliga zu uns

Um es vorweg zu nehmen, die Entscheidung um den Aufstieg in die Oberliga scheint gefallen.

Wir wollten es natürlich noch auf ein Kopf-an-Kopf Rennen hinauslaufen lassen, aber SKJE hat dies einfach nicht zugelassen und sich auch verdient den Sieg gesichert.

Sehen wir es positiv, mit den (leider) möglichen Absteigern aus der Oberliga, wird die Liga im nächsten Jahr sicherlich nicht schwächer, auch wenn wir allen Hamburger Mannschaften die Daumen drücken, dass diese die Klasse halten mögen.

Auch wenn der Sieg von SKJE durchaus verdient gewesen ist, waren es doch spannende Momente und interessante Partien, welche den geneigten Schachfreund gefesselt haben mögen.

Chronologisch wird das Ganze natürlich noch ein wenig interessanter, von daher versuchen wir einfach mal, ein wenig Spannung aufzubauen.

Michael und Artur mussten sich als Erste in das Remis fügen, was angesichts der Stellung auch mehr als gerechtfertigt erschien, wir an diesen Bretter jedoch durchaus unser Wertzahlvorteile in den Ring werfen wollten.

Nachdem an Brett 2 Alexander frühzeitig einen Bauern geopfert hatte, erschien die Initiative langfristig nicht durchzuschlagen, auch wenn die Stellung leicht vorteilhaft für Weiß erschien. Wolfgang schien sich zu konsolidieren, aber irgendetwas muss schief gelaufen sein, so dass wir mit 1-2 zurücklagen.

Meine Partie gegen Robin war nach ca. 4h der Ausgleich zum 2-2. Zwei Bauern für Initiative und Spiel geopfert und dann einen Springer auf g6 geopfert sowie einen Turm auf a1. Klingt nach der „immergrünen“ Partie und war auch schön anzusehen, aber in der darauffolgenden Analyse war es für beiden Seite sehr schwer den Durchblick zu erhalten und die Komplexitäten zu verstehen.

Mit 2-2 gingen wir in die Verlängerung, aber bei Giso sah es schon nicht mehr so rosig aus, Aleks schien gegen den GM positionell unter Druck, Jan hat seine (scheinbare) vorteilhafte Stellung in ein remisliches Endspiel abgewickelt, dafür stand Patrick gut.

Giso hat leider die Mattdrohung übersehen, musste die Qualität geben und in ein verlorenes Endspiel abwickeln. Aleks hielt den Laden zusammen und das Remis gegen einen GM ist natürlich aller Ehren wert. Trotzdem stand es 2,5-3,5 und zwei Partien waren noch am Laufen. Patrick hat leider den Rüdiger ins Remis entwischen lassen. Da war sicherlich mehr drin, allerdings war die Stellung auch kompliziert. Die letzte Partie durfte Jan auskämpfen. Gespielt wurde bis zum Ende, aber leider gab die Stellung auch keinen Gewinn her.

Somit leider 4,5-3,5 verloren und damit auch den Aufstieg in diesem Jahr verpasst. Klar sind noch 3 Partien zu spielen, aber realistisch existiert maximal eine theoretische Chance.

SK Johanneum Eppendorf                            4½ − 3½  FC St. Pauli II

1 GM   2528    Yuri Yakovich                         ½ : ½   Aleksandar Trisic       2344

2 FM   2328    Alexander von Gleich            1:0       Wolfgang Pajeken      2261

3          2150    Christoph Schroeder               1:0       Giso Jahncke              2311

4          2113     Ruediger Zart                        ½:½     Patrick Stenner           2265

5 FM   2232    Frank Behrhorst                      ½:½     Jan Priebe                   2199

6          2058    Birger Wenzel                         ½:½     Michael Schütze         2189               

7          2121    Robin Keyser                          0:1       Maik Richter             2150               

8          2072    Hendrik Schüler                     ½:½     Artur Reuber               2165