Vierte vs. Cordi

Ich bin gar nicht so recht in der Stimmung, einen Bericht über das Spitzenspiel in der Stadtliga-B zu schreiben. So sehr nagt der Frust über die eigene Partie. Schach ist sehr hart: Wer in einer Partie 36 gute Züge ausführt und 2 schlechte, verliert eben.

Meinem Kollegen Uwe an Brett 8 dürfte es im Übrigen genauso ergehen.

Nun aber zur Dramaturgie: Wir hatten den Deutschen Schachtmeister von 1970 zu Gast. Concordia ist vermutlich die spielerfahrenste Stadtliga-Mannschaft aller Zeiten. Mit Andreas Liersch und Erich Maahs sind sogar zwei Spieler aus der legendären Meistermannschaft von vor 50 Jahren dabei.

Den Führungstreffer erzielte Oliver Link, der mit Thomas Cording den Youngster der Concorden vor sich hatte. Oliver kam gut aus der Eröffnung, lange Zeit konnte ich allerdings nichts Konkretes in der Stellung erkennen. Plötzlich stand dann ein 1:0 auf der Anzeigentafel, und ich freute mich sehr über den doch relativ frühen Erfolg.

Nach zwei Remisen von Frank und Andreas sowie den Niederlagen von Uwe und mir gingen wir mit einem 2:3 in die 5. Spielstunde.

Aber jeder weiß: Je später, desto St. Pauli!

Genau so kam es dann auch. Michael stand schon lange Zeit deutlich besser, und bei Gregor war man sich sicher, dass er die Stellung jedenfalls nicht verlieren würde. Der Mannschaftskampf hing also an der 8. Partie.

Bastiaan stand lange Zeit unklar, aber das tut er eigentlich in jeder seiner Partien, und wenn einer weiß, wie man sich in solchen Stellungen verhält, dann ist es Bastiaan! Mit Ruhe und Geduld wehrte er den Druck seines Gegners ab und ging schließlich mit leichtem Vorteil in die finale Partiephase. Allerdings machten wir uns Sorgen wegen seiner Zeitnot.  Doch auch das beherrscht Bastiaan großartig und erzielte den 3:3-Ausgleichstreffer.

Damit war der Wettkampf entschieden: Kurze Zeit später gab Michaels Gegner auf, und Gregor hatte seine Stellung gegen Erich Maahs sogar noch Zug um Zug verbessern können, so dass wir den Wettkampf nach knapp 5 Stunden mit 5:3 gewinnen konnten.

Mit demselben Ergebnis gewannen wir auch in der vergangenen Saison gegen Concordia, so dass wir nun mit Recht den Titel „Zweimaliger Deutscher-Meister-Besieger“ auf unsere T-Shirts aufdrucken dürfen.